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# REAL Chain: Was eine eigene Blockchain wirklich kosten könnte
- URL: https://iota.news/real-chain-defi-kosten-migration-iota/
- Published: 2026-10-25T08:28:30.000Z
- Updated: 2026-10-25T08:30:37.000Z
- Description: Die REAL Terms sprechen von einer erwarteten Migration, nicht von einem feststehenden Wechsel. Öffentliche Kostenzahlen zeigen, welchen Aufwand eine eigene Handels-Blockchain bedeuten könnte.
- Author: IOTA News
- Tags: News, REAL Markets, DeFi, IOTA

Die mögliche Migration von [REAL Markets](https://iota.news/real-markets/) auf eine eigene Blockchain sorgt in der IOTA Community für Diskussionen. Während einige bereits von einem bevorstehenden Abschied vom [IOTA Mainnet](https://iota.news/iota-foundation/) ausgehen, lassen die Nutzungsbedingungen eine weniger eindeutige Schlussfolgerung zu. Gleichzeitig zeigen öffentlich dokumentierte Kosten anderer Blockchain-Projekte, wie aufwendig der Aufbau eines unabhängigen Handelsökosystems werden kann.

Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung einer neuen Blockchain. Eine Perpetual DEX benötigt zuverlässige Kursdaten, Anbindungen an andere Netzwerke, Stablecoins, ausreichend Liquidität und eine geprüfte Handelsinfrastruktur. Mehrere dieser Voraussetzungen sind auf IOTA bereits vorhanden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Welchen zusätzlichen Nutzen könnte eine eigene REAL Chain bieten, und welcher technische sowie wirtschaftliche Aufwand wäre damit verbunden?

## Was tatsächlich in den REAL Nutzungsbedingungen steht

Ausgangspunkt der Diskussion ist der Abschnitt „Migration“ in den Nutzungsbedingungen von REAL Markets vom 1\. Oktober 2026.

Darin heißt es in der deutschen Übersetzung:

> Das Protokoll wird zunächst im dezentralen IOTA-Netzwerk bereitgestellt. Das Unternehmen geht davon aus, dass das Protokoll auf das Layer-1-Blockchain-Netzwerk REAL (die „REAL Chain“) migriert wird (die „Migration“). Die Migration erfordert möglicherweise Maßnahmen Ihrerseits (z. B. das Schließen von Positionen, das Abheben oder Übertragen digitaler Vermögenswerte oder das Verbinden einer anderen Wallet), kann Zeiträume mit sich bringen, in denen Handel, Ein- oder Auszahlungen nicht möglich sind, und Märkte, Funktionen und Parameter können sich nach der Migration ändern. Das Unternehmen wird den voraussichtlichen Zeitpunkt der Migration sowie alle dafür erforderlichen Maßnahmen, soweit dies vernünftigerweise möglich ist, im Voraus auf der Benutzeroberfläche bekannt geben.

[**Originalquelle: REAL Markets – Terms of Service**](https://app.real.xyz/terms?ref=iota.news)

Die entscheidende englische Formulierung lautet: *„The Company expects the Protocol to migrate to the REAL layer-1 blockchain network.“*

Das Wort „expects“ beschreibt eine Erwartung. Es ist stärker als die Aussage, dass etwas lediglich möglich sei. Gleichzeitig handelt es sich nicht um eine Garantie, dass die Migration tatsächlich stattfinden wird.

Ein konkreter Zeitpunkt wird nicht genannt. Ebenso fehlen verbindliche Angaben zur Architektur, zur künftigen Rolle des IOTA Mainnets und zu den Voraussetzungen eines solchen Wechsels.

Eine mögliche Interpretation ist daher, dass sich REAL mit dieser Formulierung eine strategische Option für die Zukunft offenhält. Diese Deutung ist plausibel, aber keine bestätigte Erklärung des Unternehmens.

**Fest steht: Die Terms dokumentieren eine erwartete Migration. Sie beweisen weder einen endgültig beschlossenen Wechsel noch dessen technische Vorbereitung oder tatsächliche Durchführung.**

Die [frühere Untersuchung der REAL Nutzungsbedingungen](https://iota.news/real-markets-bvi-gesellschaft-real-chain/) hatte diese Perspektive bereits dokumentiert. Offen bleibt weiterhin, ob REAL Chain tatsächlich zum künftigen Hauptnetzwerk des Handelsprotokolls werden soll.

## Warum die Community kritisch reagiert

In sozialen Netzwerken löste die Erwähnung einer eigenen REAL Chain zahlreiche Fragen aus. Einige Community-Mitglieder sehen darin die Gefahr, dass künftige Handelsaktivitäten von IOTA auf ein anderes Netzwerk verlagert werden könnten.

Andere fragen, weshalb überhaupt eine weitere Blockchain notwendig wäre, nachdem IOTA bereits über eine eigene Layer-1 Infrastruktur verfügt.

Die Diskussion betrifft insbesondere die zukünftige Nachfrage nach dem IOTA Token, die mögliche Trennung von Handelsaktivitäten und die wirtschaftlichen Vorteile für das bestehende Netzwerk.

Hinzu kommt eine grundsätzliche Vertrauensfrage. Mehrere Kommentare erinnern an frühere Veränderungen innerhalb des IOTA Ökosystems, darunter Assembly, Shimmer und verschiedene Protokollgenerationen. In diesem Zusammenhang wird vor allem eine nachvollziehbare Kommunikation über mögliche neue Netzwerkstrategien gefordert.

Neben den kritischen Stimmen gibt es auch alternative Überlegungen. So könnte eine eigenständige REAL Chain theoretisch bestimmte Handelsvorgänge auslagern, während IOTA weiterhin Aufgaben bei der Abwicklung, Verifizierung oder anderen Netzwerkfunktionen übernimmt.

Für keine dieser möglichen Architekturen liegt bislang eine ausreichend konkrete öffentliche Bestätigung vor.

Damit sind die Fragen der Community nachvollziehbar. **Aus den vorliegenden Nutzungsbedingungen allein lässt sich jedoch weder eine vollständige Abwanderung noch eine dauerhafte technische Verbindung zwischen beiden Netzwerken ableiten.**

## Eine eigene Blockchain benötigt mehr als eine Handelsengine

Die [erste Untersuchung zu REAL Markets](https://iota.news/real-markets-perpetual-dex-iota/) dokumentierte bereits drei Mainnet-Märkte für Bitcoin, Ethereum und Solana. Hinzu kommen weitere Märkte im Testnet, darunter XRP, DOGE, ZEC, BNB und HYPE.

REAL verwendet dabei eine Architektur aus Handelsengine, Indexer, Smart Contracts und einem gemeinsamen USDT0-Vault zur Verwaltung von Sicherheiten.

Eine unabhängige Blockchain würde zusätzliche Anforderungen mit sich bringen.

Sie müsste unter anderem die Konsensbildung, die Sicherheit des Netzwerks, die Ausführung der Smart Contracts und die zuverlässige Datenverfügbarkeit gewährleisten. Darüber hinaus müsste REAL klären, wie externe Kursdaten, Stablecoins und Vermögenswerte aus anderen Netzwerken eingebunden werden.

Ein Teil der vorhandenen Handelssoftware könnte möglicherweise weiterverwendet werden. Ob und in welchem Umfang das bei einer REAL Chain möglich wäre, hängt jedoch von deren bisher unbekannter technischen Architektur ab.

Die Übertragung der bestehenden Smart Contracts wäre ebenfalls kein automatischer Vorgang. Handelskonten, Sicherheiten, offene Positionen und laufende Finanzierungszahlungen müssten entweder migriert oder vor einem Wechsel geordnet abgewickelt werden.

Bemerkenswert ist, dass REAL selbst in den Nutzungsbedingungen auf mögliche Positionsschließungen, Vermögensübertragungen und Handelsunterbrechungen hinweist.

## DeFi-Integrationen: Was öffentliche Marktbeispiele kosten

Wie aufwendig die Integration einer leistungsfähigen DeFi-Infrastruktur werden kann, zeigen veröffentlichte Preise und Budgets anderer Projekte.

Die folgenden Zahlen stammen aus offiziellen Anbieterangaben, Governance-Verfahren und veröffentlichten Entwicklungsbudgets. Sie dienen als **beispielhafte Vergleichs- und Planungswerte, nicht als statistischer Branchendurchschnitt oder Kostenkalkulation für REAL Chain**.

| DeFi-Bereich                                                  | Öffentlicher Vergleichswert   |
| ------------------------------------------------------------- | ----------------------------- |
| Pyth Pro, Crypto+ Tarifbeispiel                               | 60.000 $ jährlich             |
| Akash, Anpassung und Absicherung der Oracle-Anbindung         | rund 59.000 $ einmalig        |
| Uniswap/Oku, Integration einschließlich zwölf Monaten Wartung | 105.000 $                     |
| Merkl, erstmalige Integration auf einer Chain                 | 21.600 $                      |
| Umbra, einzelner komplexer Sicherheitsaudit                   | 150.000 $                     |
| Aave V4, umfassendes Sicherheitsprogramm                      | 1,5 Mio. $ genehmigtes Budget |

Die Beträge sind nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Sie beschreiben unterschiedliche Entwicklungsarbeiten, Dienste und Sicherheitsanforderungen. Insbesondere handelt es sich bei den 1,5 Mio. Dollar von Aave um ein Gesamtbudget, das nach Angaben des Projekts nicht vollständig ausgeschöpft wurde.

**Wichtig: Diese Tabelle behandelt ausschließlich ausgewählte DeFi-Anbindungen, Anwendungen und Sicherheitsleistungen.**

Die Entwicklung und der dauerhafte Betrieb einer eigenen Layer-1 Blockchain sind darin nicht enthalten. Zusätzliche Aufwendungen für Validatoren, Konsens, Nodes, RPC-Dienste, Indexer, Netzwerküberwachung, Wartung und weitere Infrastruktur kommen gegebenenfalls hinzu.

Auch Liquiditätskapital, Market Maker, Stablecoin-Verträge und regulatorische Anforderungen sind mit diesen Beispielen nicht vollständig abgedeckt.

### Pyth: Professionelle Kursdaten haben ihren Preis

Für eine Perpetual DEX gehören zuverlässige Oracle-Daten zu den wichtigsten technischen Voraussetzungen.

Die Preise werden benötigt, um Handelspositionen zu bewerten, Sicherheiten zu überwachen und Liquidationen korrekt auszuführen.

Pyth bietet hierfür professionelle Datenprodukte an. Der öffentlich beworbene Pro Tarif beginnt bei 2.500 Dollar monatlich. Ein Pyth Governance-Vorschlag vom März 2026 nennt für einen Crypto+ Tarif beispielsweise 5.000 Dollar monatlich, entsprechend 60.000 Dollar jährlich. Größere Abonnements können über 10.000 Dollar pro Monat kosten.

Der tatsächliche Preis hängt vom vereinbarten Datenumfang, den Aktualisierungsintervallen, Nutzungsrechten und weiteren Vertragsbedingungen ab.

Dass die technische Anpassung ebenfalls erhebliche Aufwendungen verursachen kann, zeigt das Akash Network. In einem Engineering-Antrag vom Oktober 2026 wurden rund 59.000 Dollar für die Migration auf neue Pyth Verträge und zusätzliche Maßnahmen zur Ausfallsicherheit der Kursversorgung ausgewiesen.

Dabei handelte es sich um Arbeiten an einer vorhandenen Infrastruktur und nicht um die erstmalige vollständige Integration eines Oracle-Netzwerks.

Auf IOTA ist Pyth Pro bereits angebunden. Entwickler müssen weiterhin passende Datenabonnements abschließen, profitieren jedoch von einer bestehenden Integration für die Verarbeitung und Verifizierung signierter Kursdaten.

### LayerZero und Stargate: Eine Verbindung entsteht nicht automatisch

Eine weitere wichtige Voraussetzung betrifft die Kommunikation mit anderen Blockchains.

LayerZero stellt dafür Infrastruktur zur Übermittlung und Verifizierung von Nachrichten bereit. Stargate ermöglicht darauf aufbauend unterstützte Vermögensübertragungen.

Die Integration einer neuen Blockchain erfordert jedoch eine passende technische Implementierung, Sicherheitskonfigurationen und gegebenenfalls kommerzielle Vereinbarungen.

Einen allgemein gültigen öffentlichen Preis für die erstmalige Aufnahme einer neuen Blockchain bei LayerZero gibt es nicht.

Für die laufende Nutzung existieren dagegen konkrete Gebühren. Seit September 2026 beträgt die Mindestgebühr des LayerZero Labs Executors 0,25 Dollar je entsprechender Cross-Chain Transaktion. Weitere Gebühren können hinzukommen.

Das darf nicht mit den eigentlichen Handelsaktivitäten verwechselt werden. Eine Million Perpetual Trades erzeugt nicht automatisch eine Million kostenpflichtige LayerZero Nachrichten.

Für REAL Chain wäre außerdem zu klären, welche Vermögenswerte tatsächlich über solche Verbindungen verfügbar sein sollen und wie deren Sicherheit gewährleistet würde.

### Stablecoins: Die eigentliche Hürde liegt auch in der Liquidität

Eine Perpetual DEX benötigt verlässliche Sicherheiten. REAL verwendet auf IOTA bereits USDT0.

Dessen Bereitstellung ist technisch aufwendiger als das bloße Erstellen eines neuen Tokens. Die offizielle USDT0 Dokumentation beschreibt für IOTA eine eigene Verbindung mit Ethereum, einschließlich eines speziellen Adaptervertrags zur Sicherung der zugrunde liegenden USDT.

Eine eigenständige REAL Chain könnte diese Verbindung nicht automatisch übernehmen. Dafür wäre eine neue oder entsprechend erweiterte Anbindung erforderlich.

Wie umfangreich solche Integrationen sein können, zeigt Cardano.

Dort wurde Ende 2025 ein Budget von 70 Mio. ADA für ein Integrationsprogramm genehmigt. Der damalige Referenzwert entsprach rund 28 Mio. Dollar. Das Programm umfasste unter anderem Circle, LayerZero, Pyth, Dune und institutionelle Verwahrung.

Die größten Anbieterzuweisungen gingen laut dem offiziellen Bericht an Circle, gefolgt von LayerZero, Pyth und Dune. Die konkreten Einzelbeträge sind vertraulich.

Für ein zweites Programmjahr wurden weitere 5,75 Mio. Dollar als Budgetreferenz bewilligt, einschließlich Erweiterungen, laufender Vertragsleistungen und einer zusätzlichen Fireblocks-Integration.

Diese Zahlen sind kein Kostenvoranschlag für REAL. Sie zeigen aber, welche wirtschaftliche Größenordnung ein umfassendes Integrationsprogramm eines großen Blockchain-Ökosystems erreichen kann.

Hinzu kommt das notwendige Kapital für Liquidität.

Öffentliche Stargate-Beispiele enthalten Finanzierungszusagen im Millionenbereich. Ein solches Kapital muss nicht verloren sein, bleibt aber für die Bereitstellung von Handels- und Transfermöglichkeiten gebunden und trägt wirtschaftliche Risiken.

## Mehr Handelsmärkte erhöhen die Anforderungen

REAL Markets beschränkt sich in seiner längerfristigen Perspektive nicht zwangsläufig auf klassische Kryptowährungen.

Die Nutzungsbedingungen berücksichtigen auch mögliche Derivatemärkte auf Aktienkurse, Indizes, Rohstoffe und Wechselkurse. Eine verbindliche Anzahl künftiger Märkte oder ein konkreter Zeitplan für deren Einführung ist bislang nicht bestätigt.

Eine deutliche Erweiterung des Handelsangebots hätte dennoch unmittelbare technische Konsequenzen.

Jede zusätzliche Anlageklasse kann neue Preisquellen, Handelszeiten, Referenzmärkte und Risikoparameter erforderlich machen. Bei Rohstoffen, Devisen oder Aktienindizes können außerdem spezielle Datenlizenzen und zusätzliche Anforderungen an die Preisbildung entstehen.

Auch die Verwaltung von Sicherheiten, Finanzierungssätzen und Liquidationsrisiken wird mit einem größeren Handelsangebot komplexer.

**Je größer und vielfältiger das geplante Angebot, desto höher kann der Aufwand für Datenversorgung, Integration, Risikomanagement und Sicherheitsprüfungen werden.**

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder zusätzliche Markt automatisch ein eigenes Oracle-Abonnement, eine neue Bridge oder einen separaten Stablecoin benötigt. Mehrere Märkte können gemeinsame Dienste und Sicherheiten verwenden.

Entscheidend sind deshalb nicht allein die Anzahl der Handelspaare, sondern die Zahl unterschiedlicher Datenquellen, unterstützter Blockchains, Vermögenswerte und Risikomodelle.

Sollte REAL langfristig einen Handelsplatz für zahlreiche Anlageklassen anstreben, wären die Kosten einfacher Krypto-Integrationen nur ein begrenzter Vergleichsmaßstab.

## Vega: Warum eine eigene Handels-Blockchain nicht automatisch erfolgreich ist

Bei dieser Diskussion darf die frühere Vega Blockchain nicht übersehen werden.

Vega entwickelte eine spezialisierte Infrastruktur für den dezentralen Derivatehandel. Die Plattform unterstützte komplexe Märkte, eigene Risikomodelle und sogar Perpetual Kontrakte auf traditionelle Referenzwerte wie Gold.

Trotz dieser technischen Entwicklung beschloss die Vega-Community im September 2024, die eigene Layer-1 Blockchain und den zugehörigen Token aufzugeben.

Hintergrund war die unzureichende Marktakzeptanz des bisherigen Modells. Die Blockchain und der Token hatten nicht das notwendige Interesse und Wachstum erreicht, um den Betrieb in der bestehenden Form dauerhaft zu rechtfertigen.

Die Entscheidung war damit nicht einfach das Ergebnis eines technischen Fehlschlags. Sie zeigte vielmehr, dass fortschrittliche Handelssoftware allein nicht ausreicht, um eine eigenständige Blockchain wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Für REAL Markets ist dieser Vergleich besonders interessant.

Die [Recherche zur Verbindung zwischen REAL und Vega](https://iota.news/real-markets-vega-verbindung-iota-potenzial/) dokumentierte technische und personelle Überschneidungen, unter anderem durch Arbeiten früherer Vega-Entwickler.

Daraus folgt nicht, dass REAL Markets selbst die Vega Blockchain betrieben hat oder deren offizieller Nachfolger ist.

Die historische Erfahrung bleibt dennoch relevant: Eine spezialisierte Handels-Blockchain benötigt neben funktionierender Technik ausreichend Marktteilnehmer, Liquidität und nachhaltige Einnahmen.

**Die zentrale Lehre aus Vega lautet deshalb nicht, dass eine eigene Derivate-Blockchain unmöglich wäre. Sie lautet, dass ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit keineswegs selbstverständlich ist.**

Eine neue REAL Chain müsste sich ebenfalls daran messen lassen.

## Was IOTA bereits zur Verfügung stellt

Während eine eigenständige REAL Chain zahlreiche technische und wirtschaftliche Fragen aufwerfen würde, verfügt IOTA bereits über wichtige Bestandteile einer produktiven Blockchain-Infrastruktur.

Mit Rebased wurden Move Smart Contracts direkt auf der Layer-1 Blockchain eingeführt. Im April 2026 folgte der Starfish-Konsens auf dem Mainnet, im September das Upgrade Starfish-Speed.

Zusätzlich wurden LayerZero und Stargate Ende 2025 auf dem IOTA Mainnet integriert. Seit Juli 2026 besteht außerdem die Anbindung an Pyth Pro. USDT0 ist bereits als Stablecoin verfügbar.

REAL Markets nutzt auf IOTA bestehende Blockchain-Funktionen für seine Handelskonten, Sicherheiten und die Abwicklung bestimmter Vorgänge.

Natürlich sind damit nicht sämtliche wirtschaftlichen Fragen gelöst. REAL benötigt auch auf IOTA eigene Handelskomponenten, professionelle Datenversorgung, Sicherheitsprüfungen und ausreichend Liquidität.

Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass REAL nicht zusätzlich die Verantwortung für die vollständige Entwicklung und Absicherung einer eigenständigen Layer-1 Blockchain übernehmen muss.

Ein eigenes Netzwerk könnte dennoch sinnvoll sein, wenn REAL damit nachweisbare Vorteile bei der Transaktionsverarbeitung, Gebührenstruktur, Handelsausführung oder wirtschaftlichen Kontrolle erreicht.

Ob entsprechende Vorteile geplant sind und welchen zusätzlichen Nutzen sie gegenüber IOTA bieten würden, ist bisher offen.

## Zwei Projekte, die voneinander profitieren könnten

Neben einer vollständigen Migration ist auch eine andere langfristige Entwicklung denkbar.

IOTA könnte weiterhin als technisches Fundament dienen, während REAL Markets seine spezialisierte Handelsinfrastruktur und ein breiteres Angebot an Derivatemärkten ausbaut.

Ein solches Modell könnte die Stärken beider Projekte verbinden.

IOTA würde die allgemeine Blockchain-Infrastruktur, den Konsens und wichtige Integrationen bereitstellen. REAL könnte sich stärker auf Handelsfunktionen, Risikomanagement, Liquidität und die Entwicklung zusätzlicher Märkte konzentrieren.

Für IOTA könnte dadurch zusätzliche Nutzung entstehen. REAL wiederum könnte auf vorhandene Technologie zurückgreifen, statt sämtliche Netzwerkfunktionen selbst verantworten zu müssen.

Wie groß dieser gegenseitige wirtschaftliche Nutzen tatsächlich wäre, hängt von der konkreten Architektur ab. Handelsvolumen ist beispielsweise nicht mit der Zahl der Blockchain-Transaktionen gleichzusetzen. Auch ein steigender Handelsumsatz führt nicht automatisch zu entsprechend höherer Nachfrage nach IOTA.

Ebenso wäre ein Modell mit zwei verbundenen Netzwerken denkbar, bei dem REAL bestimmte Handelsvorgänge eigenständig verarbeitet und weiterhin Funktionen von IOTA nutzt.

**Das sind mögliche Zukunftsszenarien, keine bestätigten Vereinbarungen oder Entwicklungspläne.**

Gerade deshalb wäre eine öffentliche Erklärung von REAL hilfreich, welchen Vorteil eine unabhängige Blockchain bieten soll und welche Rolle IOTA langfristig einnehmen könnte.

## Fazit: Eine offene Zukunftsoption mit erheblichen Konsequenzen

Die Diskussion um REAL Chain beruht auf einer tatsächlichen Aussage in den Nutzungsbedingungen. REAL beschreibt darin eine erwartete spätere Migration auf ein eigenes Layer-1 Netzwerk.

Aus dieser Formulierung folgt jedoch nicht, dass der Wechsel endgültig beschlossen wurde oder unmittelbar bevorsteht. Ebenso ist es möglich, dass sich das Unternehmen damit bewusst eine strategische Option für die Zukunft offenhält.

Die öffentlich dokumentierten Vergleichskosten verdeutlichen, wie umfangreich ein solches Vorhaben werden kann.

Bereits einzelne Oracle-Arbeiten, DeFi-Integrationen und Sicherheitsprüfungen erreichen fünf- bis sechsstellige Dollarbeträge. Umfassende Integrationsprogramme können deutlich darüber liegen.

Dabei handelt es sich zunächst nur um ausgewählte Dienste und Anwendungen. Eine eigene Blockchain, ihr Validatorennetzwerk, der laufende Betrieb und die notwendige Liquidität kommen als zusätzliche Aufgaben hinzu.

Mit einem größeren Angebot an Kryptowährungen und weiteren Anlageklassen könnten auch die Anforderungen an Kursdaten, Risikomanagement und Sicherheit deutlich steigen.

Die Einstellung der Vega Blockchain im Jahr 2024 zeigt zudem, dass anspruchsvolle Handelssoftware allein noch keine wirtschaftlich erfolgreiche eigenständige Blockchain garantiert.

IOTA besitzt inzwischen eine umfangreiche technische Grundlage mit Move, Starfish, LayerZero, Pyth Pro und USDT0\. REAL kann darauf bereits heute aufbauen.

Damit bleibt eine zentrale Frage offen: **Würde REAL Markets mit einer eigenen Blockchain tatsächlich mehr gewinnen, als beide Projekte durch die gemeinsame Nutzung und Weiterentwicklung der vorhandenen Infrastruktur erreichen könnten?**

Eine endgültige Antwort darauf ist bislang nicht möglich. Solange REAL keine konkreten technischen und wirtschaftlichen Pläne veröffentlicht, sollte eine in den Terms formulierte Erwartung weder als feststehender Abschied von IOTA noch als bedeutungslose Klausel behandelt werden.

## Quellen

- [REAL Markets: Terms of Service – Abschnitt Migration](https://app.real.xyz/terms?ref=iota.news)
- [Pyth Network: Products & Pricing](https://app.pyth.com/products?ref=iota.news)
- [Pyth DAO: Core to Pro Migration und Tarifbeispiele](https://forum.pyth.network/t/pyth-core-pro-migration-consolidating-pyths-price-feed-products/2398?ref=iota.news)
- [Akash Network: Core Engineering Q3 2026 Funding Proposal](https://github.com/orgs/akash-network/discussions/1541?ref=iota.news)
- [LayerZero: Pricing Update für Stargate und Executor](https://layerzero.network/blog/pricing-updates?ref=iota.news)
- [Uniswap Governance: Integration und Incentive-Kosten](https://gov.uniswap.org/t/uniswap-accountability-committee-uac-season-2-report/24492?ref=iota.news)
- [MetaDAO: Umbra Security Audit und Mainnet-Vorbereitung](https://metadao.fi/decisions/umbra-002?ref=iota.news)
- [Aave Labs: Aave V4 Security Program](https://aave.com/blog/aave-v4-security-by-design?ref=iota.news)
- [Intersect: Cardano Critical Integrations – Statusbericht 2026](https://intersectmbo.org/news/cardano-critical-integrations-program-status-update?ref=iota.news)
- [Cardano Governance: Critical Integrations V2](https://drep.forum/governance-actions/gov%5Faction1cp0w6zwgwpj98jtu3r2q838lgwmhs6j49l58zx4q05lx220lmzaqqztnljz?ref=iota.news)
- [USDT0: Offizielle Blockchain-Deployments und IOTA Lockbox](https://docs.usdt0.to/technical-documentation/deployments?ref=iota.news)
- [Stargate DAO: Governance und Chain-Deployments](https://stargate.discourse.group/t/ratification-governance-proposal/444?ref=iota.news)
- [Vega Protocol: Vega – The Next Phase](https://vegacommunity.substack.com/p/vega-the-next-phase)
- [IOTA Foundation: Q3 2026 Progress Update](https://blog.iota.org/update-q3-2026/?ref=iota.news)
- [IOTA Foundation: LayerZero und Stargate im Mainnet](https://blog.iota.org/iota-mainnet-integrates-layerzero-and-stargate?ref=iota.news)
- [IOTA Foundation: IOTA Connects to Pyth Pro](https://blog.iota.org/iota-connects-pyth-pro/?ref=iota.news)