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# RESULD: 30 % schnellere Importvoranmeldungen im Pilotprojekt
- URL: https://iota.news/resuld-pilot-30-prozent-schnellere-importvoranmeldungen/
- Published: 2026-10-16T07:49:00.000Z
- Updated: 2026-10-19T12:06:21.000Z
- Description: RESULD meldet erste messbare Erfolge: 30 % schnellere Importvoranmeldungen, 32 % weniger manuelle Arbeit und 47 erkannte Datenfehler. Welche Rolle spielt TWIN?
- Author: IOTA News
- Tags: News, RESULD, TWIN, IOTA

Die Digitalisierung internationaler Lieferketten soll nicht nur den Informationsaustausch verbessern, sondern auch messbare Vorteile im täglichen Betrieb bringen. Das Forschungsprojekt [RESULD](https://iota.news/resuld/) liefert dafür nun konkrete Ergebnisse aus einem Pilotprojekt zwischen den Niederlanden und Großbritannien.

Wie European Cruise Logistics (ECL), ein Unternehmen der niederländischen Meeder Group, im Oktober 2026 mitteilte, konnte die Bearbeitungszeit für einen untersuchten Schritt der britischen Importvoranmeldung pro Produktposition um **30 % reduziert werden**. Gleichzeitig sank der manuelle Arbeitsaufwand um 32 %. Das automatisierte System identifizierte außerdem 47 Datenfehler, bevor die entsprechenden Informationen an die zuständigen Stellen übermittelt wurden.

Das Projekt nutzt Technologien aus dem Umfeld des [Trade Worldwide Information Network](https://iota.news/twin/) (TWIN), einer offenen Handelsinfrastruktur, die unter Beteiligung der [IOTA Foundation](https://iota.news/iota-foundation/) entwickelt wurde.

Für das IOTA-Ökosystem ist der Pilot besonders interessant, weil erstmals konkrete Ergebnisse zur Effizienz eines RESULD-Anwendungsfalls vorliegen.

## RESULD erzielt messbare Verbesserungen im Praxistest

Im Mittelpunkt des Pilotprojekts steht European Cruise Logistics, das zur Meeder Group gehört und unter anderem Kreuzfahrtschiffe mit Lebensmitteln versorgt.

Die untersuchte Handelsroute verläuft zwischen den Niederlanden und Großbritannien. Zu den transportierten Waren gehören frische Lebensmittel, Milchprodukte und Eier.

Gerade bei der Versorgung von Kreuzfahrtschiffen spielen zuverlässige Lieferzeiten eine wichtige Rolle. Verspätete Zoll- oder Einfuhrabfertigungen können dazu führen, dass Waren nicht rechtzeitig an Bord gelangen.

Hinzu kommt, dass bestimmte Lebensmittel besonderen pflanzengesundheitlichen oder veterinärrechtlichen Anforderungen unterliegen.

Für den britischen Markt müssen entsprechende Sendungen vor ihrer Ankunft über das System **IPAFFS** (Import of Products, Animals, Food and Feed System) angemeldet werden.

Hier setzt der RESULD-Pilot an.

Anhand tatsächlicher und historischer Sendungsdaten wurde untersucht, wie sich der bisherige manuelle Arbeitsablauf gegenüber dem digital unterstützten Verfahren verändert.

Die von European Cruise Logistics veröffentlichten Ergebnisse zeigen mehrere konkrete Verbesserungen.

### 30 % schnellere Bearbeitung

Die untersuchte IPAFFS-Voranmeldung konnte pro Produktposition rund 30 % schneller bearbeitet werden.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um die Bearbeitungszeit innerhalb dieses einzelnen Verwaltungsprozesses und nicht um eine entsprechende Verkürzung des gesamten Transport- oder Zollabfertigungsprozesses.

### 32 % weniger manuelle Arbeit

Gleichzeitig verringerte sich der erforderliche manuelle Aufwand um 32 %.

Das ist besonders relevant, weil Handelsdokumente häufig Informationen enthalten, die zwischen unterschiedlichen Anwendungen übertragen oder mehrfach eingegeben werden müssen.

Durch die automatisierte Aufbereitung und Überprüfung dieser Daten können bestimmte wiederkehrende Arbeitsschritte reduziert werden.

### 47 Datenfehler vor der Einreichung erkannt

Ein weiterer wichtiger Befund betrifft die Datenqualität.

Das RESULD-System erkannte nach Angaben von ECL insgesamt 47 tatsächliche Datenfehler, bevor die entsprechenden Informationen eingereicht wurden.

Dabei handelte es sich überwiegend um abweichende Produktbeschreibungen und fehlerhafte Gewichtsangaben.

Laut Unternehmen betrafen die identifizierten Probleme ungefähr drei Viertel der untersuchten Produktpositionen.

Gerade für Behörden und Logistikunternehmen ist die frühzeitige Erkennung solcher Unstimmigkeiten wichtig, da fehlerhafte Dokumente zusätzliche Prüfungen, Rückfragen oder Verzögerungen auslösen können.

### Von fünf Anwendungen auf eine zentrale Oberfläche

Neben Geschwindigkeit und Datenqualität wurde auch der Arbeitsablauf vereinfacht.

Nach Angaben der Meeder Group mussten Mitarbeiter bislang fünf unterschiedliche Anwendungen beziehungsweise Arbeitsumgebungen verwenden, darunter E-Mail, Tabellen und Dokumentenablagen.

Im untersuchten RESULD Prozess konnten die erforderlichen Arbeitsschritte über eine zentrale Oberfläche abgewickelt werden.

Die veröffentlichten Ergebnisse verdeutlichen damit, dass der Nutzen digitaler Handelsinfrastruktur nicht ausschließlich in der schnelleren Übertragung von Informationen liegt.

Ebenso wichtig sind einheitliche Datenstrukturen, automatisierte Prüfungen und weniger manuelle Eingriffe.

## Warum gerade Lebensmittellieferungen interessant sind

Frische Lebensmittel stellen besonders hohe Anforderungen an internationale Lieferketten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Waren können Obst, Gemüse oder bestimmte tierische Erzeugnisse nur begrenzt gelagert werden.

Verzögerungen wirken sich deshalb nicht nur auf Transportkosten und Liefertermine aus, sondern können auch Qualitätsverluste oder Lebensmittelabfälle verursachen.

Zusätzlich müssen zahlreiche gesetzliche Anforderungen berücksichtigt werden.

Zu den benötigten Informationen können unter anderem Angaben zum Ursprung, zum Produkt, zum Gewicht und zu erforderlichen Gesundheits- oder Pflanzengesundheitsnachweisen gehören.

Werden solche Daten fehlerhaft oder unvollständig übermittelt, können weitere Kontrollen erforderlich werden.

Das RESULD-Projekt untersucht deshalb, wie sich die Informationen entlang einer Lieferkette digital erfassen, überprüfen und zwischen berechtigten Beteiligten austauschen lassen.

Der aktuelle Pilot mit European Cruise Logistics zeigt erste Vorteile bei der Vorbereitung von Importinformationen.

Ob sich diese Verbesserungen auch auf die gesamte Transportdauer, die tatsächlichen Abfertigungskosten oder Lebensmittelverluste auswirken, wurde bislang nicht ausreichend quantifiziert.

## Welche Rolle spielen TWIN und IOTA?

RESULD ist ein internationales Forschungsprojekt, an dem Forschungseinrichtungen, Logistikunternehmen, Technologieanbieter und Organisationen aus dem Lebensmittelhandel beteiligt sind.

Die technische Verbindung zum IOTA Ökosystem entsteht insbesondere durch TWIN und die zuvor entwickelte [Trade Logistics Information Pipeline](https://iota.news/tlip/) (TLIP).

Diese Technologien verfolgen das Ziel, Informationen zwischen Unternehmen und Behörden kontrolliert und nachvollziehbar austauschen zu können.

Statt alle Daten in einer zentralen Datenbank zusammenzuführen, sollen unterschiedliche Systeme miteinander verbunden werden.

Die beteiligten Organisationen können dabei weiterhin die Kontrolle über ihre eigenen Informationen behalten.

RESULD greift diesen Ansatz auf, um Handelsdokumente, Produktinformationen und regulatorisch relevante Nachweise besser miteinander zu verknüpfen.

Zum Konsortium gehören unter anderem die Rotterdam School of Management, Docklab, CargoLedger und weitere Partner aus Forschung, Logistik und Handel.

Die IOTA-basierte Handelsinfrastruktur wird insbesondere für die organisationsübergreifende Zusammenarbeit und die mögliche Überprüfbarkeit digitaler Informationen eingesetzt.

Dabei ist eine technische Unterscheidung wichtig: Nicht jeder Verarbeitungsschritt innerhalb von RESULD wird zwangsläufig als Transaktion auf der öffentlichen IOTA Layer-1 Infrastruktur ausgeführt.

Aus den veröffentlichten Pilot Ergebnissen lässt sich nicht ableiten, wie viele IOTA Mainnet Transaktionen durch den untersuchten Anwendungsfall entstanden sind.

Die gemeldeten Effizienzgewinne beziehen sich zunächst auf die digital unterstützte Verarbeitung von Handelsinformationen.

## Zweiter Pilot soll britische Grenzbehörden früher einbinden

Die Zusammenarbeit endet nicht mit dem ersten Praxistest.

European Cruise Logistics hat bereits einen zweiten Pilotabschnitt angekündigt, der gemeinsam mit der TWIN Foundation weiterentwickelt wird.

Im Mittelpunkt steht die frühere Bereitstellung pflanzengesundheitlicher und veterinärrechtlicher Informationen für die zuständigen britischen Kontrollstellen.

Die Idee dahinter ist, relevante Daten bereits vor dem Eintreffen einer Sendung verfügbar zu machen.

Dadurch könnten Behörden benötigte Informationen früher prüfen und ihre Abläufe entsprechend vorbereiten.

Der Ansatz geht damit über die Optimierung interner Arbeitsprozesse hinaus.

Während der erste Pilot vor allem die Datenverarbeitung und Qualitätssicherung beim Logistikunternehmen untersucht, soll der zweite Abschnitt den Informationsaustausch mit den zuständigen Kontrollstellen stärker einbeziehen.

Konkrete Ergebnisse dieses zweiten Pilotabschnitts wurden noch nicht abschließend veröffentlicht.

## RESULD arbeitet auch an weiteren Handelskorridoren

Neben der Verbindung zwischen den Niederlanden und Großbritannien beschäftigt sich RESULD mit weiteren internationalen Lieferketten.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist der Warenverkehr zwischen Kenia und den Niederlanden.

Hier sollen Informationen möglichst früh entlang der Lieferkette digital verfügbar gemacht werden.

Dazu gehören beispielsweise Daten zur Herkunft landwirtschaftlicher Produkte, zu Qualitätsmerkmalen und zum Transportverlauf.

CargoLedger arbeitet in diesem Zusammenhang unter anderem an der Verbindung von landwirtschaftlichen Daten aus eProd Solutions mit digitalen Transportdokumenten.

Auf diese Weise könnten Informationen vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zur späteren Übergabe einer Sendung besser miteinander verknüpft werden.

Die langfristige Zielsetzung geht über die reine Dokumentenverwaltung hinaus.

RESULD möchte auch die Transparenz von Lieferketten, die Nachvollziehbarkeit von Produktinformationen und die Bewertung von Nachhaltigkeitsanforderungen verbessern.

Auf der offiziellen Projektwebsite werden dazu wirtschaftliche und ökologische Zielgrößen genannt.

Diese Werte beschreiben allerdings erwartete langfristige Effekte und dürfen nicht mit bereits erreichten Ergebnissen gleichgesetzt werden.

## Was bedeuten die Ergebnisse für das IOTA Ökosystem?

Der RESULD Pilot liefert einen interessanten Einblick in den möglichen praktischen Nutzen digitaler Handelsinfrastruktur.

Besonders bemerkenswert ist, dass die beteiligten Unternehmen konkrete Kennzahlen veröffentlichen.

Während bei vielen Projekten zunächst Partnerschaften, Konzepte oder geplante Funktionen im Mittelpunkt stehen, liegen hier zumindest für einen abgegrenzten Prozess messbare Ergebnisse vor.

Die Verringerung der Bearbeitungszeit, der reduzierte manuelle Aufwand und die erkannte Zahl fehlerhafter Daten zeigen, welchen Nutzen eine besser integrierte Informationsverarbeitung haben kann.

Für TWIN ist das relevant, weil solche Anwendungen die Anforderungen realer Unternehmen und Behörden widerspiegeln.

Gleichzeitig müssen die Ergebnisse sorgfältig eingeordnet werden.

Es handelt sich um einen Pilotversuch mit begrenztem Untersuchungsumfang. Detaillierte Angaben zur Zahl der untersuchten Sendungen, zu den gesamten Prozesskosten und zu langfristigen Auswirkungen liegen nicht vollständig öffentlich vor.

Auch wurde bislang keine unabhängige Studie veröffentlicht, die die genannten Verbesserungen über unterschiedliche Unternehmen und Handelsrouten hinweg bestätigt.

Die Ergebnisse sind deshalb ein konkreter erster Nachweis für Prozessverbesserungen, aber noch kein Beleg für eine flächendeckende Effizienzsteigerung im internationalen Handel.

Ob daraus eine größere wirtschaftliche Nutzung der IOTA-Infrastruktur entsteht, wird sich erst bei weiteren produktiven Implementierungen zeigen.

## Fazit: Konkrete Fortschritte bei der Digitalisierung des Handels

RESULD zeigt anhand eines praktischen Pilotprojekts, dass der digitale Austausch und die automatisierte Prüfung von Handelsinformationen messbare Vorteile bieten können.

Die von European Cruise Logistics gemeldeten Ergebnisse sind konkret: 30 % kürzere Bearbeitungszeit bei der untersuchten Importvoranmeldung, 32 % weniger manuelle Arbeit und 47 vor der Einreichung identifizierte Datenfehler.

Mit dem angekündigten zweiten Pilotabschnitt soll die Zusammenarbeit außerdem stärker auf den Informationsaustausch mit britischen Grenzkontrollstellen ausgeweitet werden.

Für das IOTA Ökosystem ist RESULD damit ein weiterer relevanter Anwendungsfall der TWIN-Technologie im internationalen Handel.

**Besonders interessant ist nicht allein die technische Umsetzung, sondern dass erste praktische Verbesserungen anhand konkreter Kennzahlen dokumentiert wurden.**

Entscheidend wird nun sein, ob sich diese Ergebnisse in weiteren Piloten bestätigen und schließlich in dauerhaft genutzte Handelsprozesse überführen lassen.

## Quellen

- [Meeder Group: Ergebnisse des RESULD-Pilotprojekts](https://www.linkedin.com/company/meedergroup/?ref=iota.news)
- [RESULD: Offizielle Projektwebsite](https://resuld.eu/?ref=iota.news)
- [RESULD: Projektziele und Anwendungsfälle](https://resuld.eu/about/?ref=iota.news)
- [RESULD: Konsortium und Technologiepartner](https://resuld.eu/consortium/?ref=iota.news)
- [Docklab: RESULD und digitale Lieferketten](https://docklab.nl/innovation/?ref=iota.news)
- [IOTA Foundation: Introducing TWIN](https://blog.iota.org/introducing-twin-technology/?ref=iota.news)
- [CargoLedger: Digitaler Handelskorridor Kenia–Europa](https://cargoledger.nl/nl/solutions/agri-kenya-corridor/?ref=iota.news)